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Curriculum

Die Schulen gestalten die Berufliche Orientierung fächerübergreifend auf der Grundlage eines schuleigenen Curriculums. Dabei legen die Fachlehrkräfte fest, welche Kompetenzbereiche und Lerninhalte ihres Faches ab der Jahrgangsstufe 8 einen Beitrag zu den nachfolgenden Erwartungen leisten. Weiterhin verabreden sie fächerübergreifende und prozessorientierte Unterrichtsvorhaben zur spezifischen Förderung der Schülerinnen und Schüler in diesen Bereichen:

  • eigene Entscheidungen im Hinblick auf ihre Lebensplanung und den Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten und selbstverantwortlich treffen (Entscheidungs- und Handlungskompetenz),
  • Kenntnisse über die Wirtschafts- und Arbeitswelt und über Bildungs- und Ausbildungswege auch an Hochschulen systematisieren,
  • (betriebsnahe) Praxiserfahrungen sammeln und diese im Unterricht reflektieren,
  • eigene Berufs- und Entwicklungschancen erkennen und sich über den Übergang in eine Ausbildung, in weitere schulische Bildungsgänge oder in ein Studium informieren (Sach- und Urteilskompetenz).

Hierzu gehört auch, geschlechtsbezogene Stereotype zu vermeiden bzw. zu beseitigen sowie Praxiserfahrungen in frauen- und männeruntypischen Berufen zu ermöglichen.

Was ist die Zielsetzung eines Curriculums zur Beruflichen Orientierung (BO-Curriculum)?

Das BO-Curriculum soll Berufliche Orientierung als Querschnitts- und Gemeinschaftsaufgabe für alle Lehrkräfte und alle Unterrichtsfächer in die Praxis der eigenen Schule integrieren, indem es ihr einen klaren Rahmen gibt. Das BO-Curriculum orientiert sich an den Mindestanforderungen der Standardelemente der Landesinitiative KAoA, an der gemeinsamen Rahmenvereinbarung zwischen Arbeitsministerium, Schulministerium und Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, am Referenzrahmen und am Qualitätstableau. Es legt Verantwortlichkeiten für die Gestaltung und Umsetzung des Prozesses der Beruflichen Orientierung fest und bietet Transparenz für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und außerschulische Kooperationspartner an der jeweiligen Schule.

Wie sieht die Gestaltung eines schulinternen Curriculums zur Beruflichen Orientierung aus?

Die Berufliche Orientierung ist als Prozess zu betrachten, der in Jahrgangsstufe 5 beginnen kann und sich bis zum Ende der Schulzeit fortsetzt. Er berücksichtigt ab der Jahrgangsstufe 8 die vier Phasen der Beruflichen Orientierung, von der Erkennung eigener Potenziale, über das Kennenlernen der Berufsfelder und der Erprobung in der Praxis der Arbeitswelt, der Konkretisierung der Ausbildungs- und Studienwahl bis zur abschließenden konkretisierten Übergangsgestaltung.

Kernelemente eines guten Curriculums zur Beruflichen Orientierung

  • Beschreibung der schulischen Ausgangslage/ des Ist-Standes
    (Übergangsquoten, Kooperationspartner, Sozialraum und Wirtschaftsstruktur)
  • Benennung von Zielen für die schulische Umsetzung und für die Schülerinnen und Schüler
  • Aufstellen von überprüfbaren Qualitätsindikatoren
  • Implementation und Umsetzung der Standardelemente
    (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung)
  • Aufführen der eigenen ausbildungs- und studienorientierenden schulinternen Bausteine
  • Einbindung der Kernlehrpläne aller Unterrichtsfächer und Vernetzung mit den außer-unterrichtlichen BO-Bausteinen
  • Kompetenzorientierung, kumulativer Kompetenzaufbau
  • Verzahnung mit dem Angebotsportfolio der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit auf der Grundlage der Kooperationsvereinbarung
  • Verzahnung mit dem Angebot der Studienberatungsstellen der Hochschulen
  • Einbindung von außerschulischen Kooperationspartnern und außerschulischen Lernorten
  • Beratung als verbindendes Element
  • Individuelle Förderung der beruflichen Handlungskompetenzen und der Berufswahlkompetenz
  • Einbindung der Querschnittsthemen: Gender-, Migrationssensibilität und Inklusion
  • Festlegung von Verantwortlichkeiten
  • Festlegung von Zeitschienen
  • Professionalisierung der Lehrkräfte
  • Evaluation

Wie läuft der Prozess zur Entwicklung eines Curriculums zur Beruflichen Orientierung ab?

Schulen einer Region können gemeinsam die konzeptionelle und curriculare Entwicklung gestalten. Sie schaffen damit Synergien und vereinfachen Abstimmungsprozesse mit außerschulischen Partnern, besonders in der Umsetzung der Standardelemente. So können bspw. Schulen gleicher Schulform und / oder Schulen mit räumlicher Nähe die curriculare Entwicklung in Kooperation gestalten.

Das schulinterne BO-Curriculum wird von der Schulkonferenz verabschiedet.

  1. Planung des Prozesses und Kommunikation
  2. Festlegung der grundlegenden Rahmenbedingungen
  3. Organisatorische Handlungsoptionen
  4. Unterrichtliche Planungs- und Umsetzungsaspekte
  5. Evaluation und Reflexion

 

 

Tabellarische Übersicht

 

Ziel

(Für den Prozess der Beruflichen Orientierung oder Förderung Berufsorientierungs-kompetenzen oder Förderung der beruflichen Handlungskompetenzen)

Was

(Maßnahme)

Wann

(Zeitpunkt)

Wo

(Intern:

Schule / Fach

Extern:

außerschulischer Ort)

Mit wem

(Lehrkraft

Träger /

Betrieb)

Jahr­gangs­stufe 5/6

 

Kennenlernen und Reflexion der Bedeutung von Arbeit

Wo kaufen wir in unserer Stadt ein? Wofür geben wir Geld aus? Womit kann man Geld verdienen?

5.1

Fach: Englisch “My Plymouth” oder: “What money can buy.”

 

Lehrkraft

Jahr­gangs­stufe 7/8

Kennenlernen der eigenen Stärken und beruflichen Interessen

 

Vorbereitung der Potenzialanalyse durch Sensibilisierung für eigene Wünsche und     Lebensplanung

7.2

 

 

 

 

 

 

 

 

Fach – abhängig von der Schulform –

„Mein Leben in 20 Jahren.“

Lehrkraft

Standardelement

SBO 3.1: Curriculum

Konkretisierung

Hinweise zur Umsetzung


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